Landwirtschaft

Der Verein betreibt Bio-Landwirtschaft. Für die Erhaltung von Vogelarten und Pflanzengesellschaften müssen auch Flächen in Naturschutzgebieten jährlich bewirtschaftet werden. Um sich diese schwere Arbeit in unwegsamem Gelände zu erleichtern, hat der Verein im Jahr 1995 Rinder angeschafft. Durch ihr Fressverhalten halten die Tiere die Landschaft offen und die geschützten Flächen müssen nicht mehr mit Maschinen gemäht werden. Inzwischen ist die Herde der vierbeinigen Landschaftspfleger auf über 70 Tiere angewachsen. Wir haben uns für Schottische Hochlandrinder entschieden, die älteste Herdbuchgeführte Hausrindrasse der Welt. Wie der Name vermuten lässt, kommt die Rasse ursprünglich aus Schottland, wo sie aufgrund der aktuellen Nachfrage nach anderen Rassen mittlerweile als potentiell gefährdet gilt.

Unsere Rinder verbringen in Mutterkuhhaltung das ganze Jahr im Freien. Das heißt, ein Bulle darf das ganze Jahr über mit den Kühen und Kälbern auf einer Weide stehen. Die Robustrinder bekommen kein Mast- und Kraftfutter oder sonstige unnatürliche Behandlung. Die Kälber werden erst nach der natürlichen Abnablung von ihren Müttern getrennt und in Gruppen auf unsere Flächen verteilt. Wenn die Rinder im Winter nicht mehr ausreichend Futter auf den Weiden finden, werden sie von uns mit Naturschutz-Heu von unseren Flächen zugefüttert. Einen Unterstand brauchen Robustrinder übrigens auch nicht. Ihnen reicht eine große Hecke oder Baumgruppe als Wind- und Wetterschutz völlig aus.

 


 

Da kiekste wa? – Eine Rarität weidet in Berliner Naturschutzgebieten

Stolz wie Bolle, empfingen wir am 9. November 2017 unsere langersehnten Naturschutzhelfer auf vier Beinen. Eine gefährdete Rinderrasse wird die Weiden des gemeinnützigen Vereins Naturschutz Berlin-Malchow ergänzen, das ,,Deutsche Shorthorn“. Hierbei handelt es sich um die weltweit älteste, lebende Kulturrasse. Die Brüder Colling züchteten um das Jahr 1822 in Nordengland das Shorthorn, welches dann von Viehhaltern aus Schleswig-Holstein übernommen und zu einer deutschen Linie weitergezüchtet wurde. Es handelt sich um Rinder mit einem massigen und kantigen Körperbau, die an maritime Klimabedingungen und wechselfeuchte Böden gut angepasst sind. Ihr Fell ist rot, weiß und auch schimmelfarbig. Es gibt nur noch sehr wenige Landwirte, die sie dann vorrangig aus Liebhaberei halten. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) stuft sie in ihrer Roten Liste als ,,stark gefährdet“ ein. Gerade als an die lokalen Umweltbedingungen angepasste Zuchtform sind sie eine wichtige genetische Reserve. Viele stammen ebenfalls aus einer Zeit, als die Landwirtschaft noch nicht so stark technisiert war wie heute, als die Dörfer, Wiesen, Felder usw. noch eine artenreiche Kulturlandschaft des Menschen darstellten. Der Naturschutz Berlin-Malchow gliedert diese Rinder nun in seine ökologische Landwirtschaft ein. Ermöglicht hat das die Finanzierung durch die Stiftung Naturschutz Berlin. Der Verein hat in den vergangenen 23 Jahren Pionierarbeit geleistet und sorgt dafür,dass diese seltene Rinderrasse nach Berlin kommt. Die Tiere stammen aus Schleswig-Holstein und werden vom Verein zur Landschaftspflege in Naturschutzgebieten genutzt. Längerfristig sollen sie auf den Falkenberger Rieselfeldern stehen, da sie gut mit den dortigen Bedingungen zurechtkommen. Um diese biologische Vielfalt zu erhalten und die hiesigen Naturschutzgebiete vor Verbuschung zu schützen, werden die Deutschen Shorthorns einen wichtigen Beitrag leisten. Mit ihren Fraßverhalten schaffen sie ein Mosaik aus verschiedenen Strukturen uns somit für diverse Arten der Flora und Fauna. Um die Tiere auch langfristig artgerecht und extensiv auf den vorhandenen Flächen halten zu können, wird das Fleisch der Tiere in einigen Jahren dann im NaturHofladen Malchow erhältlich sein.


 

Bio-Äpfel und Bio-Apfelsaft werden Mangelware

Die Ausbeute der diesjährigen Apfelernte fällt erwartungsgemäß schlecht aus. Nicht nur in Berlin und Brandenburg, sondern in ganz Deutschland werden Äpfel wohl in diesem Winter zur Mangelware. Grund dafür war eine ein kräftiger Frost zur Blütezeit im Frühjahr. Dieser sorgte dafür, dass die Blüten der Obstbäume erfroren und so keine Früchte ausbilden konnten. Das spiegelt nun die Ernte wider, Ausfälle bis zu 70% im Vergleich zum Vorjahr kommen regional vor. Während wir in den Vorjahren um 15 Tonnen Äpfel geerntet haben, waren es im Jahr 2017 klägliche vier Tonnen. In Brandenburg erwartet man eine Ernte von 18.000 Tonnen, im Vorjahr waren es noch knapp 29.000 Tonnen. Äpfel sind in Brandenburg das Obst Nummer 1, auf 873 Hektar stehen Apfelbäume, 232 Hektar davon werden biologisch bewirtschaftet. Dabei sieht es im konventionellen Anbau noch geringfügig besser aus, denn die magere Ernte wirkt sich vor allem auf die regionale und Bio-Saftherstellung aus. Die Safterzeuger müssen Äpfel hinzukaufen, was nicht nur zu einem Preisanstieg führen kann, sondern mitunter auch problematisch beim „Regional“-Aufdruck wird. Einige Erzeuger haben derzeit noch Reserven aus dem Vorjahr, aber die geringen Mengen an produziertem Bio-Apfelsaft werden wahrscheinlich nicht bis zur nächsten Ernte reichen.

So bleibt die Hoffnung, dass im nächsten Jahr die Frostkapriolen in der Blütezeit der Obstbäume ausbleiben und ausreichend Insekten fliegen.