Pressemitteilungen
Die Naturscheune
Wie
viele Begriffe scheinen auch alte Sprichwörter
allmählich
ihre Bedeutung zu verlieren, dass Träume Schäume sind
zum
Beispiel. Uns zumindest haben sie ein großes Stück
weiter
gebracht. Als sich die Naturschutzstation Anfang der neunziger Jahre in
Malchow etablierte, fand sie einen alten märkischen
Dreiseitenhof
vor, der in den Siebziger und Achtzigern von einem nicht gerade
beliebten Ministerium bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet worden war.
Überall Beton, Garagen, Treibstoffdepots. Wer heute die
Station
mit all ihrer Vielfalt natürlicher Lebensräume im
Erlebnisgarten, von Demonstrationsobjekten und Bildungseinrichtungen
betritt, begreift schnell, dass hier Idealisten ihre Träume
Schritt für Schritt verwirklichen. Das aber ist ein
langwieriger
Prozess, der viel Arbeit, noch mehr Geduld und nicht zuletzt Geld
erfordert. Bis alle Ziele zum denkmalgerecht restaurierten Bauernhof
mit modernstem umweltpädagogischen Innenleben erreicht sind,
liegt
noch ein weiter und beschwerlicher Weg vor uns. Im Augenblick jedoch
befindet sich der Verein Naturschutzstation Malchow e.V. auf einer der
spannendsten Etappen seines bisherigen Daseins.
Nach langjährigen bundesweiten Bemühungen und
zahlreichen
Anträgen bei den unterschiedlichsten Stiftungen ist es nun
endlich
gelungen, eine beträchtliche Summe für das Projekt
Naturscheune zu erhalten. Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
hat nahezu eine Million Euro bewilligt, die denkmalgeschützte
alte
Scheune zu sanieren und der Stadt eine weitere Attraktion zu geben. Sie
wird ein neues, großzügig gestaltetes
Süßwasseraquarium für heimische Fische
aufnehmen und
auch Amphibien und Reptilien unserer Natur präsentieren. In
Kooperation mit dem Leibnizinstitut für
Gewässerökologie
und Binnenfischerei wird dort auch wissenschaftlich gearbeitet. Des
weiteren trägt eine neue Ausstellung zum besseren
Verständnis
der Zusammenhänge natürlicher Kreisläufe
bei. Ein
kleines Café nimmt ihr sicher etwas von eventueller musealer
Strenge. Wenn es der finanzielle Rahmen zulässt, werden die
Mitarbeiter der Station auf dem ehemaligen Heuboden neue
Arbeitsräume vorfinden.
Das mag einfach klingen, bedarf aber bei einem Baudenkmal zahlreicher
Genehmigungen und besonderer Vorgehensweise. Noch befinden wir uns im
Stadium der Bauplanung, die im Detail von der Senatsverwaltung
für
Stadtentwicklung befürwortet werden muss. Erst dann geht es an
das
neue Dach, die Fassade, die Wiederherstellung der
ursprünglichen
Tore, an die Dämmung, den Innenausbau, die wissenschaftliche
Gestaltung und die vielen anderen Schritte. Die ersten sichtbaren
Veränderungen wird es wohl erst im Frühjahr kommenden
Jahres
geben.
Wie in Träumen sind die Ansprüche ziemlich hoch
gesteckt.
Deshalb freuen wir uns besonders über die
Unterstützung, die
uns die Direktoren des Berliner Instituts für
Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie des
Naturkundemuseums zugesagt haben. Wenn die Naturscheune ihre Tore
öffnet, soll sie nicht nur ein wertvolles Instrument der
Umweltbildung sein, sondern ein weiterer Anziehungspunkt für
die
Berlinerinnen und Berliner, natürlich auch für deren
Gäste.
Werner Reinhardt
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