Wissenswertes


Erste Berliner Naturscheune
Berlin ist um eine Attraktion reicher. Am 10. Juni 2011 wurde auf dem Gelände der Naturschutzstation Malchow die Erste Berliner Naturscheune feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Ermöglicht wurde das mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der wir an dieser Stelle danken möchten. Datum der Antragstellung war der 23. 10. 2007. Bewilligt wurde die für Planung, Baumaßnahmen und Gestaltung erforderliche Summe von 984.000 € am 01. 04. 2009. Der Aufwand für den Aus- und Umbau des maroden alten Gebäudes aus dem Jahre 1889, das in seiner langen Geschichte unterschiedlichen Nutzungen als Scheune, Stall oder Materiallager sowie mehreren baulichen Veränderungen unterworfen war, hat sich gelohnt. Seiner neuen Bestimmung haben sich Planung und das gesamte denkmalgerechte Baugeschehen untergeordnet. Ausschließlich Naturmaterialien kamen zum Einsatz. Die neue Naturscheune beherbergt im Erdgeschoss auf 73 Quadratmetern ein Aquarium mit fünf in eine Seenlandschaft integrierten großen Schaubecken für heimische Süßwasserfische sowie auf 110 Quadratmetern eine Ausstellung und das Storchencafé. Gegenwärtig präsentiert die Naturscheune die Ausstellung "natürlich berlin". Sie wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt, bis sie von der eigenen Dauerausstellung über Flora und Fauna des Berliner Barnims abgelost wird. Die Mittel für diese nach neuesten pädagogischen und didaktischen Erkenntnissen bereits konzipierte Exposition müssen jedoch noch akquiriert werden. Auf 200 Quadratmetern des einstigen Heubodens verteilen sich die hellen Arbeitsplätze der Mitarbeiter der Naturschutzstation. Für Besucher geöffnet hat die Naturscheune an den Wochenenden von 13 bis 17 Uhr sowie Donnerstags von 9 bis 17 Uhr. Saisonbedingte Änderungen der Öffnungszeiten werden unverzüglich auf unserer Homepage angezeigt. Der erste Schritt zur Sanierung und Gestaltung des alten märkischen Bauernhofs ist getan. Nun warten das Stallgebäude und die Remise darauf, in das umweltpädagogische Ensemble integriert zu werden.

2011 ohne Malchower Jungstörche
Nachdem 2010 sechs Jungstörche in der zweiten Augusthälfte ihre lange Reise nach Süden antreten konnten, endete in diesem Jahr die Aufzucht des Malchower Nachwuchses tragisch. Das Nest auf dem alten Schornstein blieb auf Grund der späten Ankunft des zweiten Storchenpaares unbebrütet. Die Zeit bis zum Abflugtermin der Jungen hätte einfach nicht mehr gereicht. Aus dem Gelege mit vier Eiern im Nest auf dem Mast im Erlebnisgarten hatten es hingegen zwei Storchenküken fast geschafft. Als sie Mitte Juni beringt werden sollten, fand der zuständige Beringer Jens Scharon vom Berliner NABU im Nest jedoch nur noch zwei tote Tiere vor. Was war geschehen? Mehrere Tage davor gingen über Berlin wolkenbruchartige Regenfälle nieder. Da in älteren Horsten jahrelang mit dem Nistmaterial auch Lehm und Sand eingetragen wird, verdichtet sich die Behausung derart, dass kaum Wasser ablaufen kann. Bereits zu groß, um von den Altvögeln gehudert werden zu können, waren die Jungen schutzlos dem kalten Regenbad ausgesetzt und verendeten wahrscheinlich an Unterkühlung. Ornithologen wissen um diese Gefahren und haben anderenorts mehrfach versucht, Drainagen anzulegen. Das erwies sich jedoch als nutzlos, da diese von den Altvögeln unverzüglich wieder verstopft wurden. So traurig es klingen mag, die Natur handelt nach eigenen Gesetzen. Wenn sich diese Art des Nestbaus für die Störche über Jahrtausende als zweckmäßig erwiesen hat, sollte der Mensch nicht glauben, sie durch sein Eingreifen verbessern zu können. Ohne die geringsten Anzeichen von Irritation nutzen die Altvögel beide Malchower Nester weiterhin und begrüßen einander unvermindert mit lautem Klappern. Drei Jungstörche im dritten Berliner Nest in Falkenberg haben sämtliche Wetterkapriolen gut überstanden.

Kochschule für junge Eltern
„Die Kinder sind zu dick“, „Wir essen zu fett, zu salzig und zu süß“ oder „Das Kochen und gemeinsame Essen in der Familie finden immer seltener statt“ heißt es seit Jahren in den Medien. Eine Flut von Kochshows als Fernsehunterhaltung bleibt jedoch ohne erkennbare Wirkung auf das Essverhalten. Statistiken belegen das. Die Blockhütte im Grünen reagierte und startete im vorigen Jahr eine Kochschule für junge Eltern. Sie sollten lernen, dass selber kochen ein Vergnügen ist und die Haushaltskasse schont. Begriffe wie Regionalität, Saisonalität bestimmten den Einkauf. Anregungen, erfüllten Kochwünsche, lebhafte Gespräche und die gemeinsame Einnahme der Mahlzeiten erzeugten eine Atmosphäre wie in einer Großfamilie. Alle Beteiligten betrachteten das gemeinsame Kochen und das gewonnene Wissen als Bereicherung. Eine Wiederholung bietet sich an. Vom 21. März bis 15. Juni 2011 wird die Blockhütte jeweils am Montag und am Mittwoch von 16.00 bis 19.00 Uhr erneut zur Kochschule.

Der Kunstkurs
Aus Mitteln des berlinweiten Programms zum Freiwilligen Engagement in Nachbarschaften (FEIN) konnten wir in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule einen Malkurs für 5. und 6. Klassen anbieten. Unter Anleitung einer ausgebildeten Malerin schufen Kinder, die nicht mehr vom Hort und noch nicht von der neu geschaffenen Sekundarschule betreut werden, mit professionellen Malutensilien wie natürlichen Pigmente und verschiedenen Leimen kleine Kunstwerke. Unterschiedliche Aufgabenstellungen und Techniken forderten ihre Phantasie heraus. So waren die kleinen Künstler mit Feuereifer und viel Geduld bei der Sache.Zu Beginn des Kurses Anfang November 2010 konnten wir in Anbetracht der Witterungsverhältnisse leider nur einmal im Garten malen. Bei der Neuauflage nach Freigabe der Gelder hoffen wir im Frühjahr bzw. Frühsommer 2011 auf ungleich mehr Möglichkeiten für das Malen in der freien Natur.

Wieder am Sonnabend und Sonntag geöffnet
Ab März kann die Naturschutzstation Malchow auch wieder Sonnabends besucht werden. Die Öffnungszeiten am Wochenende gelten außer an Feiertagen sowohl bis zum Winter sonnabends und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

Hilfe für Frösche, Kröten, Molche
Die Nächte werden wieder milder und feucht. Für viele Amphibien ist es das Signal zum Aufbruch. In steigender Anzahl begeben sie sich von ihren Überwinterungsquartieren zu den Laichgewässern. Auf ihrem Weg dort hin sind sie jedoch vielen Gefahren ausgesetzt. Zu ihrem Schutz bauen die Mitarbeiter der Station in jedem Jahr rund drei Kilometer Fangzäune auf. Diese müssen täglich kontrolliert werden, um die Tiere zu registrieren und über die Straße zu bringen. Wer uns bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe helfen und einen Zaunabschnitt über die gesamte Wandersaison der Amphibien oder auch nur tageweise übernehmen möchte, ist herzlich eingeladen. Selbstverständlich werden alle Interessenten in der Naturschutzstation in Theorie und Praxis dieser Aktion eingewiesen.
 
Neue Flächen für die Heckrinder und Cattles
Die erfolgreichen Beweidungskonzepte von Naturschutz Berlin-Malchow überzeugen. Um sich aufwendiger und kostspieliger Pflege unwegsamer, manchmal sogar schwer zugänglicher Gebiete zu ersparen und möglichst schonend wie effektiv die Anforderungen des Naturschutzes zu erfüllen, schlossen die Bezirksämter von Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf mit Naturschutz Berlin-Malchow Vereinbarungen zur Beweidung weiterer Flächen mit Robustrindern. Das betrifft in Marzahn die Schafstallweide am Hellersdorfer Weg sowie in Lichtenberg ein Areal am Gehrensee und die Erweiterung des Wartenberger Schälingsgrabens. Die Art der Beweidung durch Heckrinder – eine Rückzüchtung der Anfang des 17. Jahrhunderts ausgestorbenen Auerochsen – beziehungsweise Schottische Hochlandrinder erfolgt in Absprache mit den zuständigen Fachbereichen der Bezirksämter. Das regelt in Abhängigkeit von Amphibien- und Vogelvorkommen die Besatzstärke und den Einsatzrhythmus der vierbeinigen Landschaftspfleger. Die Vorbereitungen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein, so dass die Rinder im kommenden Jahr ihre neuen Weiden in Besitz nehmen können.
 
Neue Streuobstwiesen in Berlin
Für die Umwandlung brachliegender Flächen, wie sie beispielsweise durch den Abriss von nicht mehr benötigten Kita- und Schulgebäuden entstehen, in ökologisch überaus wertvolle Streuobstwiesen, erhielt Naturschutz Berlin-Malchow 2007 den Berliner Naturschutzpreis. Diese großartige Idee, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, machte schnell Schule. So fand sich in der Lichtenberger Reichenberger Straße eine Interessengemeinschaft, um hochstämmige Obstbäume auf einer Brache vor ihrer Haustür zu pflanzen. Am Hellersdorfer Schleipfuhlgebiet entstanden zwei neue Streuobstwiesen. Der Nutzen solcher zu jeder Jahreszeit prachtvollen Flächen besteht nicht nur darin, dass sie mehr als 5.000 Pflanzen- und Tierarten beherbergen können, sondern dass sie eine Bindung zwischen Großstädtern und Natur herbei führen. Schnell fanden sich Baumpaten, die „ihre“ Bäumchen pflegen und schützen, um in wenigen Jahren die Früchte ernten zu können. Naturschutz Berlin-Malchow verfügt über einen großen Erfahrungsschatz bei der Anlage und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen. Wer diesem Modell nacheifern möchte, kann auf eine fachlich fundierte Beratung durch die Malchower Naturschützer zählen.
 
Nachhaltigkeit ist Veränderung
Ein Buch über uns und Gleichgesinnte Naturschutz Berlin-Malchow gehört zu den ersten Umweltbildungseinrichtungen Deutschlands, die sich in kreativer Zusammenarbeit von der stratum GmbH zertifizieren ließen. Die ausgestellte Urkunde bescheinigt uns, die richtige Strategie zur Nachhaltigkeit zu verfolgen. Wir betrachten es als Gütesiegel, das unseren Partnern die Gewähr gibt, mit viel Engagement, Qualität und Professionalität begleitet zu werden.In dem Buch „Nachhaltigkeit ist Veränderung“, erschienen 2009 im Erich Schmidt Verlag, ISBN 97835-031-20711-0, kommen Akteure der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung zu Entwicklung, Veränderung und Strategie zu Wort. Auch wir sind in einem Interview auf den Seiten 22 bis 30 vertreten. Präsentationen und Lesungen bei und mit den Interviewten  finden bis in Jahr 2010 statt. Wir in Berlin-Malchow lesen erst im kommenden Jahr nach Fertigstellung der ersten Berliner Naturscheune.





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